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Urologische Erkrankungen

"Seine Krankheit zu erkennen, ist der erste Weg zur Heilung."

Als Fachärztin für Urologie diagnostiziere und behandle ich Beschwerden der harnbildenden und harnableitenden Organe (Niere, Harnblase, Harnleiter, Harnröhre) von Frau, Mann und Kind und der männlichen Geschlechtsorgane (Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis, Prostata) bei Mann und Kind:

Urologische Krebsleiden

Die Diagnose „Krebs“ verursacht einen Schock und eine massive Verunsicherung der betroffenen Patienten und ihrer Angehörigen. Gerade deshalb ist ein starkes Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt wesentlich, um die Krankheit, die notwendigen Therapien und Nachsorgeuntersuchungen verstehen und begreifen zu können.

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Allerdings hat diese Erkrankung bei rechtzeitiger Erkennung eine sehr hohe Heilungs- und Überlebensrate. Typische Symptome, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen, gibt es nicht.

Der Nutzen einer Früherkennung – nämlich dass Todesfälle durch Prostatakrebs verhindert werden – muss sorgfältig gegenüber dem Nachteil einer möglichen Überdiagnose bzw. Übertherapie abgewogen werden.Mithilfe der Bestimmung eines Blutwerts, des prostataspezifischen Antigens (PSA), kann nur eine Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms vorhersagt werden. Denn ein normaler PSA-Wert ist keine Garantie dafür, dass kein Krebs vorliegt. Und umgekehrt bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig an Prostatakrebs erkrankt zu sein. Ich berate meine Patienten über die notwendigen und möglichen Diagnoseverfahren und erkläre den Behandlungsplan, der aus Operation, Bestrahlung, Hormontherapie, der sogenannten Active Surveillance, Chemotherapie oder weiterführenden medikamentösen Therapien bestehen kann.

Nierenkrebs

Nierenkrebs ist eine relativ seltene Tumorerkrankung. Das Nierenzellkarzinom hat einen Anteil von etwa 3 Prozent an allen bösartigen Tumoren; die Tendenz ist steigend. Junge Menschen sind relativ selten betroffen. Typische Symptome gibt es im Frühstadium leider nicht. Erst wenn der Tumor sehr groß ist, können Flankenschmerzen oder Blutbeimengungen im Harn auftreten. Je früher ein Nierenkarzinom erkannt wird, desto erfolgreicher ist in der Regel seine Behandlung. Neue Medikamente tragen auch zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufs bei.

Blasenkrebs

Ein typisches Symptom beim Harnblasenkrebs ist die meist schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie). Sollte diese auftreten, ist eine urologische Untersuchung unbedingt notwendig. Zur Diagnosesicherung wird eine Harnblasenspiegelung durchgeführt.

Männer sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Frauen, außerdem steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Lebensalter. Zu den begünstigenden Faktoren zählen vor allem das Rauchen. Harnblasenkrebse gehen meist von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege (Urothel) aus, weshalb die Mehrzahl der Patienten mit einem Blasentumor an einem sogenannten Urothelkarzinom leidet. Rund drei Viertel der Patienten weisen bei der Erstdiagnose einen oberflächlichen, nicht-muskelinvasiven Tumor auf, bei dem restlichen Viertel ist der Tumor bereits in die Harnblasenmuskulatur eingewachsen oder hat auf andere Organe übergegriffen (invasiver Tumor).

Hodenkrebs

Hodenkrebs beginnt meist in einem der beiden Hoden und wird als harter Knoten im Hoden bemerkt. Mit einem Anteil von etwa 1,6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen ist Hodenkrebs eine eher seltene Tumorerkrankung. Trotz dieser Seltenheit ist der Hodentumor bedeutsam, weil er vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren betrifft. In dieser Altersstufe ist er – mit 20 bis 30 Prozent aller Krebsfälle – die häufigste Tumorneuerkrankung bei Männern. Bei den meisten Patienten kann Hodenkrebs geheilt werden. Selbst in fortgeschrittenen Stadien besteht eine gute Heilungschance. Über 90 Prozent der erkrankten Männer werden wieder ganz gesund.

Peniskrebs

In den meisten Fällen handelt es sich bei Peniskrebs um bösartige Tumore der Haut, 95 Prozent sind Plattenepithelkarzinome. Penistumore sind äußerst selten und treten vor allem bei älteren Männern auf. Tumore am Penis werden häufig erst spät als Verhärtung oder Hautveränderung bemerkt. Aus Schamgefühl verschweigen die Männer die Veränderungen und verzögern damit die Diagnosestellung, was oft dazu führt, dass keine Heilung mehr erreicht werden kann. Gerade bei dieser Erkrankung ist daher ein gutes Vertrauensverhältnis zum Arzt entscheidend für den Therapieerfolg und letztendlich für das Überleben des Patienten.

Andere urologische Erkrankungen

Ungewollter Harnverlust

Harninkontinenz bedeutet den unfreiwilligen Urinverlust und ist auch als Blasenschwäche bekannt. Die Krankheit gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Aber den meisten Betroffenen fällt es sehr schwer, darüber zu sprechen, obwohl alle Bereiche des Alltags und die Lebensqualität von einer Inkontinenz massiv beeinträchtigt werden. Es gibt viele Ursachen, die zur Harninkontinenz führen können. Durch geeignete Abklärung und Therapie kann bei einem Großteil der Betroffenen der unfreiwillige Harnverlust deutlich vermindert oder geheilt werden.

Kinderurologie

Bei Müttern und Vätern besteht ein großes Informationsbedürfnis, wenn ihr Kind erkrankt bzw. wenn urologische Probleme vorliegen. Gut aufgeklärte Eltern können wesentlich dazu beitragen, Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen, was im Falle eines Leistenhodens äußerst wichtig ist. Das Bettnässen ist aus medizinischer Sicht harmlos, belastet aber das Kind und die Familie, wenn es nach dem 5. Geburtstag bestehen bleibt. Daher sollte eine urologische Abklärung mit Verständnis für Kind und Eltern erfolgen.

Blasenentzündungen

Blasenentzündungen sind sehr häufig und betreffen vorwiegend Mädchen und Frauen. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Blasenschleimhaut. Ursache der Entzündung sind meistens Bakterien, die aus der Harnröhre in die Blase aufsteigen. Treten Fieber und/oder Flankenschmerzen auf oder besteht eine Blasenentzündung bei Schwangeren und Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen oder Einschränkungen des Immunsystems (z.B. durch eine Chemotherapie) ist eine urologische Begutachtung sehr wichtig, um sofort eine entsprechende antibiotische Therapie einleiten zu können und gegebenenfalls darüber zu entscheiden, ob die Einweisung in ein Krankenhaus notwendig ist. Treten Blasenentzündungen mehr als 3 bis 4 mal pro Jahr auf, sollten weitere Untersuchungen vorgenommen werden, um eine eventuell zugrundeliegende behandelbare Ursachen festzustellen und eine spezifische Therapie einleiten zu können.

Prostataleiden

Akute Prostataentzündung (akute Prostatitis): Hierbei handelt es sich um ein hochakutes Krankheitsbild mit Harndrang, Harnbrennen, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Dammbereich und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Therapie besteht aus einer hochdosierten und bestenfalls antibiogrammgerechten Antibiotikatherapie. Bei einer gleichzeitig bestehenden Blasenentleerungsstörung mit Restharnbildung kann die Einlage eines Blasenkatheters durch die Bauchdecke notwendig sein.

Chronische Prostatitis: Es wird eine durch Bakterien verursachte chronische Prostataentzündung von einer nicht durch Bakterien verursachte unterschieden. Eine Sonderform stellt das Chronic pelvic pain syndrome (Chronisches Beckenschmerz-Syndrom, CPPS) dar. Bei der chronischen Prostatitis sind Blasenreizzeichen, Schmerzen beim Samenerguss, eventuell auch eine Blutbeimengung in der Samenflüssigkeit typische Symptome. Die Therapie der verschiedenen Formen der Prostatitis unterscheidet sich grundlegend und bedarf einer ausführlichen urologischen Untersuchung und Betreuung.

Gutartige Prostatavergrößerung: Beschwerden des unteren Harntrakts, wie Startschwierigkeiten, abgeschwächter Harnstrahl, Restharngefühl, vermehrter Harndrang oder nächtliches Aufstehen zum Urinieren können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und unbehandelt zu einer akuten Harnverhaltung und Nierenschädigung führen. Für diese Erkrankung stehen neben medikamentösen Therapien auch verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.

Hoden- und Peniserkrankungen

Krampfadern im Bereich der Hodenvenen (Varikozele): Es handelt sich um ein sehr häufiges Krankheitsbild, welches etwa 15 Prozent aller Männer betrifft. Manchmal führen diese Krampfadern zu ziehenden Schmerzen und beeinträchtigen so die Lebensqualität. Bei Männern mit unerfülltem Kinderwunsch und eingeschränkter Samenqualität beträgt die Häufigkeit der Varikozele bis zu 40 Prozent. Ob eine Operation die Samenqualität verbessert, ist durch wissenschaftlichen Studien noch nicht ausreichend belegt worden.

Vorhautverengung (Phimose): Eindeutige medizinische Gründe für eine Beschneidung (Zirkumzision) bei Kindern ohne damit verbundener Probleme gibt es nicht. Die erworbene Phimose im Erwachsenenalter bedarf allerdings der operativen Behandlung.

Verkürztes Vorhautbändchen (Frenulum breve): Es kann Schmerzen bei der Gliedversteifung machen und bei mechanischer Überbelastung reißen. Der Einriss führt oft zu einer starken Blutung, sodass auch im Nachhinein eine operative Durchtrennung in lokaler Vereisung sinnvoll ist.

Männermedizin

Unter dem Begriff „Männermedizin“ werden oft die Themenbereiche der Andrologie, wie Potenzstörungen, Sexualmedizin, Kinderwunsch und Infertilität zusammengefasst. Gerade bei diesen männerspezifischen Anliegen ist eine gute, vertrauensvolle Patienten-Arzt-Beziehung wesentlich. Wichtig ist es, die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen, aber auch gemeinsam mit dem Patienten die Probleme zu erarbeiten, um dann die spezielle weiterführende Diagnostik und Behandlung in die Wege leiten zu können.

Nierensteinleiden

Nierensteine sind eine der häufigsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntrakts, Männer sind öfter als Frauen betroffen. Nierensteine enthalten meistens Kalzium in Verbindung mit Oxalaten oder Phosphat.Gewisse Ernährungsgewohnheiten können die Bildung von Nierensteinen fördern. Das Risiko für ein Wiederauftreten von Harnsteinen ist hoch. Daher ist eine sogenannte adäquate Metaphylaxe (Vorbeugung) ganz wichtig, welche hauptsächlich Ernährungsmaßnahmen umfasst. Die noch immer verbreitete Annahme, eine hohe Kalziumzufuhr erhöhe das Risiko von Harnsteinen, ist falsch. Eine genaue urologische Beratung und Betreuung kann somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und notwendige Operationen oder Behandlungen vermeiden. 

 



Ordinationszentrum
Confraternität-Privatklinik Josefstadt
Skodagasse 32, 1080 Wien
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Mail an Dr. Ingrid Berger
www.pkj.at

Oberärztin an der Abteilung für Urologie
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
Johann von Gott Platz 1, 1020 Wien
Tel: +43 1 211 21 - 0
Mail an Dr. Ingrid Berger
www.dringridberger.at