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Andere urologische Erkrankungen

Ungewollter Harnverlust

Harninkontinenz bedeutet den unfreiwilligen Urinverlust und ist auch als Blasenschwäche bekannt. Die Krankheit gehört zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Aber den meisten Betroffenen fällt es sehr schwer, darüber zu sprechen, obwohl alle Bereiche des Alltags und die Lebensqualität von einer Inkontinenz massiv beeinträchtigt werden. Es gibt viele Ursachen, die zur Harninkontinenz führen können. Durch geeignete Abklärung und Therapie kann bei einem Großteil der Betroffenen der unfreiwillige Harnverlust deutlich vermindert oder geheilt werden.

Kinderurologie

Bei Müttern und Vätern besteht ein großes Informationsbedürfnis, wenn ihr Kind erkrankt bzw. wenn urologische Probleme vorliegen. Gut aufgeklärte Eltern können wesentlich dazu beitragen, Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen, was im Falle eines Leistenhodens äußerst wichtig ist. Das Bettnässen ist aus medizinischer Sicht harmlos, belastet aber das Kind und die Familie, wenn es nach dem 5. Geburtstag bestehen bleibt. Daher sollte eine urologische Abklärung mit Verständnis für Kind und Eltern erfolgen.

Blasenentzündungen

Blasenentzündungen sind sehr häufig und betreffen vorwiegend Mädchen und Frauen. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Blasenschleimhaut. Ursache der Entzündung sind meistens Bakterien, die aus der Harnröhre in die Blase aufsteigen. Treten Fieber und/oder Flankenschmerzen auf oder besteht eine Blasenentzündung bei Schwangeren und Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen oder Einschränkungen des Immunsystems (z.B. durch eine Chemotherapie) ist eine urologische Begutachtung sehr wichtig, um sofort eine entsprechende antibiotische Therapie einleiten zu können und gegebenenfalls darüber zu entscheiden, ob die Einweisung in ein Krankenhaus notwendig ist. Treten Blasenentzündungen mehr als 3 bis 4 mal pro Jahr auf, sollten weitere Untersuchungen vorgenommen werden, um eine eventuell zugrundeliegende behandelbare Ursachen festzustellen und eine spezifische Therapie einleiten zu können.

Prostataleiden

Akute Prostataentzündung (akute Prostatitis): Hierbei handelt es sich um ein hochakutes Krankheitsbild mit Harndrang, Harnbrennen, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Dammbereich und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Therapie besteht aus einer hochdosierten und bestenfalls antibiogrammgerechten Antibiotikatherapie. Bei einer gleichzeitig bestehenden Blasenentleerungsstörung mit Restharnbildung kann die Einlage eines Blasenkatheters durch die Bauchdecke notwendig sein.

Chronische Prostatitis: Es wird eine durch Bakterien verursachte chronische Prostataentzündung von einer nicht durch Bakterien verursachte unterschieden. Eine Sonderform stellt das Chronic pelvic pain syndrome (Chronisches Beckenschmerz-Syndrom, CPPS) dar. Bei der chronischen Prostatitis sind Blasenreizzeichen, Schmerzen beim Samenerguss, eventuell auch eine Blutbeimengung in der Samenflüssigkeit typische Symptome. Die Therapie der verschiedenen Formen der Prostatitis unterscheidet sich grundlegend und bedarf einer ausführlichen urologischen Untersuchung und Betreuung.

Gutartige Prostatavergrößerung: Beschwerden des unteren Harntrakts, wie Startschwierigkeiten, abgeschwächter Harnstrahl, Restharngefühl, vermehrter Harndrang oder nächtliches Aufstehen zum Urinieren können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und unbehandelt zu einer akuten Harnverhaltung und Nierenschädigung führen. Für diese Erkrankung stehen neben medikamentösen Therapien auch verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung.

Hoden- und Peniserkrankungen

Krampfadern im Bereich der Hodenvenen (Varikozele): Es handelt sich um ein sehr häufiges Krankheitsbild, welches etwa 15 Prozent aller Männer betrifft. Manchmal führen diese Krampfadern zu ziehenden Schmerzen und beeinträchtigen so die Lebensqualität. Bei Männern mit unerfülltem Kinderwunsch und eingeschränkter Samenqualität beträgt die Häufigkeit der Varikozele bis zu 40 Prozent. Ob eine Operation die Samenqualität verbessert, ist durch wissenschaftlichen Studien noch nicht ausreichend belegt worden.

Vorhautverengung (Phimose): Eindeutige medizinische Gründe für eine Beschneidung (Zirkumzision) bei Kindern ohne damit verbundener Probleme gibt es nicht. Die erworbene Phimose im Erwachsenenalter bedarf allerdings der operativen Behandlung.

Verkürztes Vorhautbändchen (Frenulum breve): Es kann Schmerzen bei der Gliedversteifung machen und bei mechanischer Überbelastung reißen. Der Einriss führt oft zu einer starken Blutung, sodass auch im Nachhinein eine operative Durchtrennung in lokaler Vereisung sinnvoll ist.

Männermedizin

Unter dem Begriff „Männermedizin“ werden oft die Themenbereiche der Andrologie, wie Potenzstörungen, Sexualmedizin, Kinderwunsch und Infertilität zusammengefasst. Gerade bei diesen männerspezifischen Anliegen ist eine gute, vertrauensvolle Patienten-Arzt-Beziehung wesentlich. Wichtig ist es, die zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen, aber auch gemeinsam mit dem Patienten die Probleme zu erarbeiten, um dann die spezielle weiterführende Diagnostik und Behandlung in die Wege leiten zu können.

Nierensteinleiden

Nierensteine sind eine der häufigsten und schmerzhaftesten Erkrankungen des Harntrakts, Männer sind öfter als Frauen betroffen. Nierensteine enthalten meistens Kalzium in Verbindung mit Oxalaten oder Phosphat.Gewisse Ernährungsgewohnheiten können die Bildung von Nierensteinen fördern. Das Risiko für ein Wiederauftreten von Harnsteinen ist hoch. Daher ist eine sogenannte adäquate Metaphylaxe (Vorbeugung) ganz wichtig, welche hauptsächlich Ernährungsmaßnahmen umfasst. Die noch immer verbreitete Annahme, eine hohe Kalziumzufuhr erhöhe das Risiko von Harnsteinen, ist falsch. Eine genaue urologische Beratung und Betreuung kann somit den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und notwendige Operationen oder Behandlungen vermeiden. 



Ordination
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Mail an Dr. Ingrid Berger

Oberärztin an der Abteilung für Urologie
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
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