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Urologische Krebsleiden

Die Diagnose „Krebs“ verursacht einen Schock und eine massive Verunsicherung der betroffenen Patienten und ihrer Angehörigen. Gerade deshalb ist ein starkes Vertrauensverhältnis zum behandelnden Arzt wesentlich, um die Krankheit, die notwendigen Therapien und Nachsorgeuntersuchungen verstehen und begreifen zu können.

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist in Österreich die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Allerdings hat diese Erkrankung bei rechtzeitiger Erkennung eine sehr hohe Heilungs- und Überlebensrate. Typische Symptome, die frühzeitig auf einen bösartigen Prostatatumor hinweisen, gibt es nicht.

Der Nutzen einer Früherkennung – nämlich dass Todesfälle durch Prostatakrebs verhindert werden – muss sorgfältig gegenüber dem Nachteil einer möglichen Überdiagnose bzw. Übertherapie abgewogen werden. Mithilfe der Bestimmung eines Blutwerts, des prostataspezifischen Antigens (PSA), kann nur eine Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakarzinoms vorhersagt werden. Denn ein normaler PSA-Wert ist keine Garantie dafür, dass kein Krebs vorliegt. Und umgekehrt bedeutet ein erhöhter PSA-Wert nicht zwangsläufig an Prostatakrebs erkrankt zu sein. Ich berate meine Patienten über die notwendigen und möglichen Diagnoseverfahren und erkläre den Behandlungsplan, der aus Operation, Bestrahlung, Hormontherapie, der sogenannten Active Surveillance, Chemotherapie oder weiterführenden medikamentösen Therapien bestehen kann.

Nierenkrebs

Nierenkrebs ist eine relativ seltene Tumorerkrankung. Das Nierenzellkarzinom hat einen Anteil von etwa 3 Prozent an allen bösartigen Tumoren; die Tendenz ist steigend. Junge Menschen sind relativ selten betroffen. Typische Symptome gibt es im Frühstadium leider nicht. Erst wenn der Tumor sehr groß ist, können Flankenschmerzen oder Blutbeimengungen im Harn auftreten. Je früher ein Nierenkarzinom erkannt wird, desto erfolgreicher ist in der Regel seine Behandlung. Neue Medikamente tragen auch zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufs bei.

Blasenkrebs

Ein typisches Symptom beim Harnblasenkrebs ist die meist schmerzlose Blutbeimengung im Urin (Hämaturie). Sollte diese auftreten, ist eine urologische Untersuchung unbedingt notwendig. Zur Diagnosesicherung wird eine Harnblasenspiegelung durchgeführt.

Männer sind mehr als doppelt so häufig betroffen wie Frauen, außerdem steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Lebensalter. Zu den begünstigenden Faktoren zählen vor allem das Rauchen. Harnblasenkrebse gehen meist von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege (Urothel) aus, weshalb die Mehrzahl der Patienten mit einem Blasentumor an einem sogenannten Urothelkarzinom leidet. Rund drei Viertel der Patienten weisen bei der Erstdiagnose einen oberflächlichen, nicht-muskelinvasiven Tumor auf, bei dem restlichen Viertel ist der Tumor bereits in die Harnblasenmuskulatur eingewachsen oder hat auf andere Organe übergegriffen (invasiver Tumor).

Hodenkrebs

Hodenkrebs beginnt meist in einem der beiden Hoden und wird als harter Knoten im Hoden bemerkt. Mit einem Anteil von etwa 1,6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen ist Hodenkrebs eine eher seltene Tumorerkrankung. Trotz dieser Seltenheit ist der Hodentumor bedeutsam, weil er vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren betrifft. In dieser Altersstufe ist er – mit 20 bis 30 Prozent aller Krebsfälle – die häufigste Tumorneuerkrankung bei Männern. Bei den meisten Patienten kann Hodenkrebs geheilt werden. Selbst in fortgeschrittenen Stadien besteht eine gute Heilungschance. Über 90 Prozent der erkrankten Männer werden wieder ganz gesund.

Peniskrebs

In den meisten Fällen handelt es sich bei Peniskrebs um bösartige Tumore der Haut, 95 Prozent sind Plattenepithelkarzinome. Penistumore sind äußerst selten und treten vor allem bei älteren Männern auf. Tumore am Penis werden häufig erst spät als Verhärtung oder Hautveränderung bemerkt. Aus Schamgefühl verschweigen die Männer die Veränderungen und verzögern damit die Diagnosestellung, was oft dazu führt, dass keine Heilung mehr erreicht werden kann. Gerade bei dieser Erkrankung ist daher ein gutes Vertrauensverhältnis zum Arzt entscheidend für den Therapieerfolg und letztendlich für das Überleben des Patienten.



Ordination
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Mail an Dr. Ingrid Berger

Oberärztin an der Abteilung für Urologie
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
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